Toronto PDF Drucken E-Mail

Toronto 11.2.09

Wir hatten heute eine Geduldsprobe zu bestehen, denn für die ca. 400 Km lange Strecke von Montreal nach Toronto brauchten wir acht Stunden, da der Flughafen in Toronto in Nebel gehüllt war. Als wir schon im Flugzeug saßen und uns angekündigt wurde, dass man noch auf ein Zeitfenster aus Toronto warte, wurde daraus zunächst gar nichts. Wir konnten das Flugzeug wieder verlassen mit sämtlichem Gepäck und verbrachten weitere drei Stunden auf dem Flughafen. Indira fiel den Sicherheitsbeamten dadurch auf, dass sie zwei weitere Male die Kontrollen passierte (Siehe auch Smoking Areas I und II). Wir wollten eigentlich schon nachmittags in Toronto aufbauen, aber wir waren froh, überhaupt sicher in dem Nebel gelandet zu sein und dann abends im Theaterraum die nötigen Entscheidungen über die Aufbaustruktur noch treffen zu können, bevor uns der Hunger nach Chinatown trieb und wir einen etwas versöhnlichen Ausklang fanden.

13.2.09 Unsere Hotelzimmer liegen im 19. Stockwerk eines Hotels am See und man hat einen schönen Ausblick auf Teile der Stadt, den Hafen und den See, nun da der Nebel sich gelichtet hat.

Der ganze Tag stand nun heute im Zeichen des Aufbaus und der Aufführung und es hat auch hier alles geklappt. Es ist jedes Mal in einer neuen Stadt wie eine Premiere und tatsächlich ist hier das Publikum wieder anders. Gestern waren die Zuschauer zunächst so ruhig wie in Montreal und fingen dann im zweiten Teil immer mehr an, zu lachen und andere Laute von sich zu geben. Bald kenne ich sämtliche Stellen in dem Stück, an denen man Lachen kann, obwohl sie eigentlich gar nicht komisch sind. Aber auch hier nach der Aufführung begeisterte Stimmen von einigen Zuschauern und auch von aktiven Performern aus Toronto. „Genau so etwas, was ihr macht, brauchen die Menschen hier“- „ Ihr produziert keinen oberflächlichen Stil, sondern ihr habt eine sehr gut abgestimmte Mischung aus Bewegung, Theater,Tanz und Musik.“  „ Es ist einerseits sehr einfach und dadurch essentiell auf das Wesentliche reduziert , aber andererseits auch intellektuell hoch komplex komponiert.“ „Ihr versucht nicht, irgendetwas Besonderes darzustellen, sondern ihr nehmt einfach eure sichtbare Erfahrung und eure perfekte Technik und erzeugt sehr starke Momente“

Die Leute vom Goethe-Institut waren auch zufrieden und wir werden heute mit ihnen noch eine öffentliche Präsentation durchführen, bei der wir noch ein paar weitere Aspekte unserer Arbeit vorstellen werden. Und dann kommt das große Finale. Die Derniere in Kanada, danach großes  Abfeiern und dann am nächsten Tag bereits die ersten Wiedersehensszenen auf dem Flughafen von Toronto. Es hat nun auch wirklich lange genug gedauert, dass wir unsere Liebsten nicht gesehen haben. Und da ein Teil dieser Familienzusammenführungen bereits aus dem Flughafen in Toronto stattfinden werden, werden wir dort Frauen und Männer  und ein Kind durch die Lüfte wirbeln sehen.

Drei Ensemblemitglieder fahren nach Bielefeld zurück, Michael und Indira mit Mann verbringen noch einige Zeit in New York und der eifrige Tagebuchschreiber setzt sich mit seiner Teilfamilie in den Südwesten der USA ab, wo er sich eine Zeit lang freiwillig vom Internet abkoppeln wird.