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Schlupfwinkel (Recess)
Zehn Menschen und eine Leiche befinden sich in einem Raum, einer Art Schlupfwinkel, in den sie sich zurückgezogen haben. Denn offenbar hat es „draußen“ eine Katastrophe gegeben.Um was für eine Katastrophe es sich dabei handelt, wird jedoch nicht näher erklärt. Das Stück entwickelt eine eigentümliche, besondere Spannung, denn die jungen urbanen Protagonisten leben zwar miteinander, aber doch auch aneinander vorbei. Schlupfwinkel (Recess) heißt die erste Koproduktion vom Theaterlabor im Tor 6 mit dem Theater Bielefeld. Regisseur Siegmar Schröder erarbeitet gemeinsam mit einem eigens zusammengestellten Ensemble die Inszenierung am TAM. Die junge Autorin Sheila Callaghan, in Bielefeld bereits durch ihr Stück Brüchig (mach mich schwach Justin Timberlake) bekannt geworden, hat mit dem Kurzstück Schlupfwinkel (Recess) eine Art Endzeitvision verfasst. Ein fertiges Stück also – ungewöhnlich für das Theaterlabor. Das eröffnet aber „viel Freiraum für die Spielweise des Theaterlabors“, und so setzt das Ensemble auf die kreative Gruppenenergie, die die Theaterlaborinszenierungen gewöhnlicher Weise ausmachen. Eine wichtige Rolle spielen hierbei auch die Musiker von „Projekt Fein“, die in die Handlungen eingreifen, statt sie bloß musikalisch zu begleiten. Regisseur Siegmar Schröder macht aus dem ursprünglichen Kurzstück ein komplexes Spektakel: Das Publikum wird damit konfrontiert, wie die ästhetischen Konzepte von traditionellem, dramatischem Theater auf experimentelle Spielweisen treffen.
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